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29.04.2021

Schnelltests werden in Rheinberg verpackt

Von Uwe Plien Rheinberg, 28.04.21 Die Caritas Wohn- und Werkstätten Niederrhein arbeiten für das Moerser Unternehmen Nal von Minden. In jede Box kommen 20 Einzeltests, insgesamt sind es Millionen. Ein besonderer Auftrag für die psychisch kranken Beschäftigten.

Corona-Schnelltests werden in der Pandemie-Zeit gebraucht. Massenhaft, millionenfach. Das Moerser Unternehmen Nal von Minden produziert und vertreibt sie. Verpackt werden sie von Beschäftigten der Caritas Wohn- und Werkstätten Niederrhein in Rheinberg und Rheinhausen. Genauer gesagt: auch von Beschäftigten der W8ZIG-Zweigstellen der Caritas-Werkstätten, deren Angebot sich ausschließlich an Menschen mit einer psychischen Erkrankung richtet. W8ZIG hat zwei Niederlassungen im Rheinberger Gewerbegebiet Xantener Straße, eine am Nordring 5, eine am Rheinfeld 6.

„Wir arbeiten schon länger mit Nal von Minden zusammen“, sagt Henrik Lütkenhaus, W8ZIG-Abteilungsleiter. „Bisher ging es allerdings meist um Urinbecher und Drogentests.“ Die enorme Nachfrage nach Covid-19-Schnelltests habe dem Moerser Unternehmen im vergangenen Jahr einen ungeahnten Umsatzaufschwung beschert. Die Moerser lassen die Tests in Asien herstellen. Dann kommen sie zurück nach Deutschland und landen vorkonfektioniert am Nordring.

Lütkenhaus: „Unsere Beschäftigten verpacken sie dann. Nasenstäbchen, Ampullen, Beschreibung und was sonst noch dazugehört, werden ausgepackt und jeweils zu 20 Stück in eine Testbox konfektioniert.“ Das muss vernünftig gepackt sein, die Anzahl muss stimmen, zusätzlich soll das auch fürs Auge was hermachen. Schließlich wird noch mal ganz genau nachgezählt, bevor die Chargenummern auf den Karton geklebt werden und die Boxen wieder auf die Reise und später weiter zum Kunden gehen.

500 Testboxen an einem Tag – das ist gut zu schaffen in der kleinen Zweigstelle. Dabei muss man bedenken, dass derzeit nicht alle Beschäftigten im Einsatz sind. Henrik Lütkenhaus: „Die Werkstätten sind zwar geöffnet, aber es ist den Beschäftigten vom Kostenträger her in der aktuellen Situation freigestellt, ob sie kommen oder lieber zu Hause bleiben, weil ihnen das Risiko einer Infektion zu groß ist.“ Inzwischen sei man bei 40 Prozent angekommen. Also komme etwas weniger als die Hälfte der insgesamt 59 Beschäftigten bei W8ZIG in Rheinberg zur Arbeit.

„An manchen Tagen waren sechs bis acht Frauen und Männer mit Verpackungsarbeiten beschäftigt, jetzt sind wir schon wieder bei acht bis zwölf“, sagt Gruppenleiter Mario Karamarinov über seinen Arbeitsbereich. Auch wenn die Schnelltests wichtig sind und gebraucht werden, so wird ihnen doch nicht alles untergeordnet, wie Abteilungsleiter Lütkenhaus beschreibt: „Wir arbeiten natürlich auch für andere Kunden, die auf ihre Produkte warten. Aber sobald wir eine Lücke haben, verpacken wir wieder Schnelltests.“

Im September bekam die Caritas den Auftrag, der für die Werkstätten bedeutete: Mehrere Millionen einzelner Tests müssen verpackt werden. Eine dicke Kiste also. „Aber“, so Lütkenhaus. „Das ist für uns nicht nur in finanzieller Hinsicht interessant.“ Für die Beschäftigten sei dieser Auftrag in anderer Hinsicht etwas Besonderes, versichert Mario Karamarinov: „Dieser Auftrag hebt sich von anderen ab, und wenn sie noch so wichtig sind. Die Beschäftigten arbeiten mit großer Freude daran.“

Hier hätten sie das Gefühl, eine besonders wichtige Arbeit zu machen – weil Schnelltests dazu beitragen, die Pandemie einzudämmen. Sie sind der Überzeugung: Durch ihre Arbeit helfen sie, etwas gegen Corona zu tun. Die Identifikation mit dem Produkt steigt dadurch, dass die Caritas Wohn- und Werkstätten selbst Kunde bei Nal von Minden sind und bei den Moersern Schnelltests bestellen.

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